Die Kirche

Chronik







1870-77 mit Kollekten unter Kurgästen und Staatszuschüssen besonders für die in dieser Zeit in Wildbad weilenden Kurgäste unter dem königlichen Baumeister und Oberbaumeister von Morlock aus Stuttgart erbaut.

Am 24. Mai 1877 wurde die Kirche durch Bischof Dr. Karl Josef von Hefele geweiht.

Dreischiffige Wandpfeilerkirche in neugotischem Stil mit 45m hohem Turm.

Unsere St. Bonifatius-Kirche hat der Kirchen- und Kurgast-Gemeinde Heimat und Zusammenhalt im gläubigen Leben gegeben. Sie ist die Mutterkirche für die früheren Filialgemeinden Heilig-Kreuz Neuenbürg, St. Bernhard Bad Herrenalb, St. Josef Schömberg und St. Martinus Calmbach geworden.

1927 wurde die Sakristei renoviert und die Kirchtüren wurden instandgesetzt.

1935-1937 Renovierung von Mittelschiff und Seitenschiff

Das Mittelschiff und die Seitenschiffe wurden mit einem Dach überbaut und die Obergadenlichter des Mittelschiffes wurden verdeckt. Die Außenansicht und die ursprüngliche Architektonik wurden damals entscheiden verändert zum Nachteil des neugotischen Baustils, wobei an der Turmfassade verschiedene Sandsteinverzierungen einfavh beseitigt wurden.

1938 Vorfenster wurden angebracht. Die Füllungen der inneren Türen wurden mit Sperrholzplatten abgedichtet. Ferner wurden die Kirchen- und Kniebänke zum Aufklappen gemacht.

1949 wurde entsprechend kirchlicher Vorschriften ein Panzer-Tabernakel beschafft.

1951 bekam Ortspfarrer Sießegger den Auftrag, die Renovierung der Kirche zu leiten.

1952 wurde das Hauptportal renoviert.

1955 wurde die Sakristei vergrößert. Die Wände wurden getüncht und der Hochaltar wurde wieder hergestellt.

1957 wurde der Raum hinter der Kirche überdacht.

1977 mit einem Festgottesdienst, an dem auch Weihbischof Anton Herre aus Rottenburg teilnahm, wurde das 100-jährige Bestehen der St. Bonifatius-Kirche gefeiert.

1978/1979 wurde der Kirchturm saniert. Bei den Sanierungsmaßnahmen mussten die Sandsteinverzierungen und gotischen Maßwerke fast durchweg durch neue ersetzt werden. Das Dach des Hauptturmes und die Dächer der Nebentürme wurden mit Naturschiefer neu eingedeckt. Alle schadhaften Bauelemente im Fassadenbereich, wie die Turmkreuze und das Holzwerk der Jalousien wurden erneuert. Die gesamte Fassade - Sandstein- und Backsteinmauerwerk -  wurde mit einem Steinbefestigungsmittel behandelt. Die historische Bedeutung der Turmsanierung fand ihren symbolischen Ausdruck mit einer Dokumentation, die in der Kreuzkuppel der Kirchturmspitze im Oktober 1978 eingebracht wurde.

Der Kirchenumbau und die Erweiterung erfolgte 1982-1984. Am 5. Juni 1983 erfolgt die Grundsteinlegung für die Erweiterung der St.Bonifatius-Kirche. Es sollten neue Sitzplätze geschaffen werden (320 Stück) und Nebenräume eingerichtet werden.  Die Erweiterung des Kirchenraumes erforderte den Teilabbruch im Bereich des Chors und den Anbau von zwei symmetrischen Querschiffen. Sakristei und Nebenräume konnten durch einen Eingriff in den steilen Hangbereich realisiert werden. Ein neu entstandener Bereich hinter dem Chor verbindet die Querschiffe und bietet zusätzlich Raum für Meditation. Den Belangen des Denkmalschutzes wurde durch die Wiederherstellung der urprünglichen Dachform, der Fassadengestaltung sowie der Ausmalung der alten Kirche nach vorhandenen Befunden Rechnung getragen. Der ursprüngliche Kirchraum bleibt trotz baulicher Veränderung ablesbar.

Durch einen Brand im linken Querschiff am 7. Januar 2004 wurden alle sich dort befindlichen Fenster zerstört. Durch die Löscharbeiten wurde dann auch die Bestuhlung beschädigt. Durch die Rauchbildung mussten alle Bänke, der Altar, die weitere Bestuhlung, die Orgel, der komplette Kreuzweg und sämtliche Heiligenfiguren ausgebaut, gereinigt und restauriert werden.

Nach der Renovierung bzw. Instandsetzung konnte die Kirche am 23. April 2005 mit einem Festgottesdienst wiedereröffnet werden.


Orgel

Die Orgel der St.Bonifatius-Kirche steht unter Denkmalschutz.

Es handelt sich um ein bemerkenswertes Kunstwerk des Orgelbauers Goll aus Kirchheim u.T. aus dem Jahre 1880.

Von besonderem Wert ist die Spielmechanik, die nicht einmalbei alten Walcker-Orgeln in dieser Genialität zu finden ist.


Glocken

Das Geläut der St.Bonifatius-Kirche besteht aus vier Glocken. Drei der Glocken wurden am 9. Dezember 1960 bei der Glockengießerei Gebr. Bachert in Bad Friedrichshall gegossen. 

Die 1. Glocke  -Marienglocke- (g´-Glocke) trägt die Inschrift: "Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade"

Die 2. Glocke -Augustinusglocke- (b´-Glocke) trägt die Inschrift: "Unser Herz ist ruhelos, bis es Ruhe findet in dir, o Gott!"

Die 3. Glocke -Michaelsglocke- (c´´-Glocke) trägt die Inschrift: "Heiliger Erzengel Michael, verteidige uns im Kampf!"

In den Kriegsjahren 1942 und 1944 wurden zwei der bisherigen drei Glocken vom Turm genommen und für die Rüstungsindustrie eingeschmolzen.

Bei allen drei Glocken wurde auf der Rückseite über dem Schlag die zweizeilige Stifterinschrift eingegossen: "Kriegsgeschehen hat mich vernichtet, durch die Wohltat von Frau Pauline Gabst wurde ich wieder errichtet."

Die 4. Glocke -St.Sebastian- trägt die Inschrift: "Pestis peccatique tla per sanetum Sebastianum declina." ("Nach St.Sebastian heiß` ich, Krankheit und Sünde scheuch` ich, nach Krieg läut` ich, zum Frieden ruf ` ich!") und stammt noch aus der Zeit, als die Kirche erbaut wurde, etwa um 1880,

 


Hochaltar

Der Hochaltar -Retabel- bildet das Zentrum und die Mitte der geistigen Ausrichtung des Gotteshauses. Er ist ein feingliedriges Schnitz- und Zierwerk aus Eichenholz mit Tabernakel-Teil aus dem Jahr 1872 und steht vor wertvollen künstlerisch gestalteten Bleiglas-Fenstern.

Die gotische Formgebung, akzentuiert durch Zier- und Bekrönungselemente wird durch gezielte Goldfassung ergänzt und hebt das liturgische Geschehen hervor: Mahlgemeinschaft und Gegenwart des erhöhten Herrn, sowie die Präsenz der Heiligen in der Gestalt von Maria, der Mutter Jesu Christi, vom heiligen Bonifatius- dem Patron der Kirche- und vom heiligen Leonhard - dem Patron der ersten Kirche Wildbads.

Die Madonnen-Darstellung im Hochaltar findet als Nachbildung der Blaubeurer Madonna Anlehnung an die Apokalyptische Frau mit Mond allgemein Beachtung und die persönliche Zuwendung in Anliegen der Gläubigen und Gemeinde. Die flankierenden Figuren Bonifatius und Leonhard stammen aus der Entstehungszeit der Kirche, ebenso die fast lebensgroße Pieta und eine Josefs-Statue, die alle das Gepräge ihrer Zeit tragen und auf ihre Weise ein tiefes, religiöses Empfinden wecken.


Hauptportal

Das Portal vermittelt einen Gesamteindruck von der neugotischen Bauweise.

Sandsteinbogen und Wandabschlüsse vereinigen sich mit dem weiterführenden Klinkermauerwerk. Formen in Stein verbinden sich mit Lichtführung, umrahmen Glasbild-Szenen und bilden so eine lebendige Komposition von Kirche und ihrem Verkündigungsauftrag.

Die Eintretenden werden durch das Portal in die Kirche geführt und dadurch bereits auf das sakrale Geschehen vorbereitet. Dies findet bei der Kirchweihe Ausdruck, wenn der Bischof mit dem Hirtenstab an die Türe pocht und ruft: Aperite! Öffnet Euch! Wie die Tore sich auftun für den Eintretenden, sollen sich die Glaubenden für Gottes Anruf und Begegnung öffnen.