Prozess der katholischen Kirche!

Der vom Bischof Gebhard Fürst initiierte Prozess, Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten, wurde in einem festlichen Gottesdienst am Sonntag in St. Martinus, Calmbach,  abgeschlossen. Wobei dieser Abschluss kein Ausrufungszeichen, sondern einen Doppelpunkt trägt. Alles in unserer Welt, auch in der Kirche ist in einem fortwährenden Prozess. So formulierte es Dekan Holger Winterholer aus Nagold in seiner Ansprache. Dabei wurde auch unser Administrator Pfarrer Andreas Simon verabschiedet, der unseren Pater Paulinus in rechtlichen Belangen unterstützt hatte. Zukünftig ist dafür Herr Winterholer zuständig.

Viele Themen wurden im Laufe von zwei Jahren des Prozesses bearbeitet. Dies kam noch einmal in einem Treffen aller Kirchengemeinderäte mit Dekan Winterholer und Dekantsbildungsreferent Herr Remmert am vorigen Donnerstag zur Sprache. Auch die Ökumene. Dabei betonte Herr Winterholer nochmals die Weisung von Papst Franziskus, nach der jeder evangelische Christ zum katholischen Abendmahl, der Eucharistie, kommen und die Hostie empfangen kann, wenn er dies mit seiner inneren Einstellung vereinbaren kann. Ein Verbot gibt es schon lange nicht mehr.

Natürlich kann die Entwicklung der Kirchen insgesamt sehr nachdenklich stimmen: Gottesdienstbesuch, Glaubensleben in den Familien, Interesse an einem lebendigen Gemeindeleben. Da müssen wir auch zukünftig noch mehr Abstriche machen. Aber das Treffen war durchwirkt von der gemeinsamen Suche nach dem, was uns Menschen trägt und ausmacht. Das war eine so schöne Erfahrung, dass künftig neben den Gottesdienstangeboten auch Angebote zu Glaubensgesprächen stattfinden sollen.  Das war der Wunsch aller Beteiligter. Dies werde ich dann als Diakon ab Oktober beginnen.

So konnten wir also auch mit ein wenig Hoffnung die neue Treppe weihen, als wäre sie das Symbol dieses Glaubenslebens: Es geht zwar beschwerlich hinauf, aber es erwartet uns Gott selbst als Urgrund seiner Kirchen. Auch im anschließenden gemeinsamen Essen im Gemeindesaal war dies spürbar.

Ihr Diakon Günter Duvivier