Joseph von Nazareth

Joseph war der Bräutigam der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria und der väterliche Beschützer des Jesuskindes. Er stammte aus dem Geschlecht des König Davids (Mt 1,1-16 EU; Lk 1,4 EU), war der Sohn des Jakob (Mt 1,16 EU) und lebte als Zimmermann in Nazaret. Joseph war (Mt 1,18-24 EU) mit Maria verlobt. Als Maria schwanger wurde, wollte er sich gemäß dem Gesetz von ihr trennen. Ein Engel Gottes teilte ihm in einer Erscheinung mit, dass das Kind vom Heiligen Geist gezeugt sei. Er nahm im Vertrauen darauf Maria zur Frau. Nach der Geburt Jesu wurde Joseph durch eine Engelserscheinung vor dem geplanten Kindermord in Bethlehem gewarnt. Er floh mit seiner Frau und dem Kind nach Ägypten (Mt 2,13-23 EU). In der Darstellung des Lukas (Lk 2,1-7 EU) reiste Joseph nach der Anordnung zur Volkszählung durch die Römer mit seiner schwangeren Frau nach Bethlehem, wo Jesus geboren wurde. Im Lukas- und Matthäusevangelium tritt Joseph ausschließlich in der Kindheitsgeschichte Jesu auf. Daraus wurde geschlossen, dass er noch vor dem öffentlichen Auftreten Jesu gestorben sei. Der hebräische Name "Joseph" bedeutet "Gott hat hinzugefügt". In der Westkirche begann die Verehrung Josefs ab ca. 850 n.Chr.; eine theologische Profilierung seiner Persönlichkeit als Vater Christi sowie Ehemann der Maria setzte ab dem 15. Jahrhundert ein. Seit dem 17. Jahrhundert wurde Joseph, der nach der Legende im Schoß Mariens und im Beisein Jesu starb, zum Schutzpatron der Sterbenden; seine Verehrung als Zuflucht für Sterbende wurde besonders von den Jesuiten verbreitet. Außerdem gilt er auch als Schutzpatron der Jungfrauen und der Eheleute und Familien, der Zimmerleute und bei Wohnungsnot. Bereits Papst Pius IX. erhob 1870 Joseph zum Patron der gesamten katholischen Kirche. Papst Pius XI. (1922-1939) erklärte den hl. Joseph 1937 zum Patron derer, die den Kommunismus bekämpfen. Im Jahr 1955 setzte sein Nachfolger Papst Pius XII. (1939-1958) den 1. Mai als Tag des heiligen „Joseph des Arbeiters“ ein . Papst Johannes XXIII. (1958-1963) erklärte den hl. Joseph zum Schutzpatron des Zweiten Vatikanischen Konzils und fügte 1962 den Namen „Joseph“ in den Canon Missae ein. Es existieren zwei Josephsfeste im liturgischen Kalender: 19. März - hl. Joseph, Bräutigam der Gottesmutter 1. Mai - hl. Joseph der Arbeiter Ikonographische Attribute des Heiligen sind der Wanderstab, das Winkelmaß oder anderes Werkzeug für seinen Beruf als Zimmermann und die weiße Lilie, ein Symbol der Keuschheit bzw. Reinheit.