Unsterblichkeit

„Was gesät wird, ist sterblich, was auferweckt wird, unsterblich.“ So beschreibt der Heilige Paulus eine Gewissheit unseres Glaubens. Dieser Satz hat jedoch, sprichwörtlich gesagt, kein Fleisch. Das heißt, er hat keine Kraft in unserem Leben, sondern gleicht eher einer Theorie denn einer Wirklichkeit.

Um dieses Geheimnis zu einer Gewissheit für unser Leben zu machen, sollten wir auf Entdeckungsreise gehen. Spuren von Unvergänglichkeit in unserem Leben lassen dieses Wort dann in einem anderen Licht erscheinen: Im Licht der Hoffnung.

So können wir doch einmal hinterfragen, warum Menschen einen Sinn für das Schöne haben und sich daran erfreuen. Ja, sogar innerlich gestärkt werden.

Hier im schönen Schwarzwald liegt da natürlich die Schönheit der Natur auf der Hand. Diese hat eine belebende Kraft, welche sich von der Kraft aus Kohlehydraten der Nahrung unterscheidet. Und diese Schönheit entbehrt aus der Sicht der Evolutionsbiologie jeder Logik. Wenn uns Blumen in unserem Inneren ansprechen und ihre Schönheit förmlich in unsere Seele fließt, dann hat das ohne einen Glauben an die Schönheit unseres Schöpfers keinen Sinn: Wir sind schließlich keine Bienen.

Wenn Kinder in mir wie auf Knopfdruck unbeschreibliche Liebe erzeugen, dann entbehrt das jeder Vernunft, denn ich bin fern eines Brutpflegeinstinktes. Es ist, wenn ich diese Liebe beschreiben soll, eine Liebe, in der ich fast den Blick Gottes einnehme und in mir der tiefe Wunsch entsteht: dieses Kind soll nie betrübt oder verletzt werden, dieses Kind soll Glück und Freude, Zuneigung und Erfüllung finden, sein ganzes Leben.

Wenn dies Realitäten unseres Lebens sind, dann existiert Gott. Dann sind wir in unserer Sterblichkeit schon jetzt von Unsterblichkeit gekleidet. Dann glaube ich auch dem Satz des Paulus: „Was gesät wird, ist sterblich, was auferweckt wird, unsterblich.“

 

Diese Erfahrung wünsche ich Ihnen auch für Ihr Leben von ganzem Herzen,

 

Ihr katholischer Diakon Günter Duvivier