Was glauben wir?

Diese Frage passt auf die Antwort des Paulus in seinem Brief an die Römer:

Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?
Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont,
sondern ihn für uns alle hingegeben –
wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen?
Gott ist es, der gerecht macht.
Wer kann sie verurteilen?
Christus Jesus, der gestorben ist,
mehr noch: der auferweckt worden ist,
er sitzt zur Rechten Gottes
und tritt für uns ein.

Dies ist ein begründeter, zugesagter Glaube. Wir haben die Herrlichkeit Gottes verloren und nun schenkt uns Gott in Jesus den Rückweg in diese Herrlichkeit.

Doch erfasst dies auch unsere innere Wirklichkeit? Da geht es nicht um die konkrete Rettung, sondern um unsere Einstellung. Wir können von Gott alles erwarten. Paulus sagt uns da: „wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?“

Auch kann uns niemand verurteilen, weil Jesus für uns eintritt. Mit der Verurteilung ist auch der Teufel gemeint. Der Teufel steht als jemand da, der uns Gottes Hand entreißen möchte. Gott will uns aber alles schenken und in dieser Zuversicht dürfen wir leben. Wir können dadurch voller Vertrauen und Freude durchs Leben gehen.

Es sei denn wir hören auf Worte, die uns diesem Vertrauen entreißen können. Wenn wir auf sie hören, bleiben wir unter unseren Möglichkeiten zurück. Wir sind voller Angst, obwohl wir unter den gleichen Lebensumständen voller Vertrauen sein könnten.

Und hinter den Zweifeln, die sich in unser Herz einschleichen können steckt wirklich eine überragende Schläue. Sie fallen dort in unsere Gedanken ein, wo wir verwundbar sind. Jeder Mensch hat da eigene Schwachstellen. Kein Wunder also, wenn wir auf die Idee kommen, dass hinter dieser Intelligenz eine gerissene Person steckt. Sie wurde von Jesus und den Menschen in der Geschichte des Glaubens als Verwirrer, oder Verdreher bezeichnet, als Diabolo, aus dem das Wort Teufel stammt. Diabolo ist übrigens ein Spiel. Dieses Spiel gibt es, sage und schreibe seit der Steinzeit. Also kannte es schon Jesus. Durch die schnelle Drehung bekommt der Kreisel völlig neue Eigenschaften.  Durch eine vollkommene Verwirrung unserer Gedanken, werden wir vollkommen andere Menschen.

Das Problem ist dabei eigentlich nicht der Verlust des ewigen Lebens. Sondern vielmehr ein zerstörtes Leben hier. Denn Paulus sagt ja eigentlich: „Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?“

Der Mensch ist das einzige Wesen, welches Angstgefühle auch ohne direkte Bedrohungen bekommen kann. Und der Witz: Er erzeugt sie oft selbst durch seine Gedanken. Wenn wir unter irgendwelchen irrationalen Ängsten leiden, dann sollten wir diesen Text des Paulus auswendig lernen und in jeder Phase der Angst beten. Damit schließen wir die Einfallstüren für die Zweifel und die Ängste.

In der Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor, kommen die Glaubenswirklichkeiten des alten und neuen Bundes zusammen. Das Gesetz in Moses, die Verheißung im Propheten und Gott selbst in seinem Sohn Jesus.

Wir dürfen nicht nur auf das Geschenk der Erlösung vertrauen. Vielmehr dürfen wir auch auf Erfahrungen hoffen, in denen wir die Göttlichkeit am Werke sehen. Dies sind dann sogenannte Tabor-Erlebnisse. Doch nur, wenn wir uns nicht an vergänglichen Ängsten und Strategien festhalten und Hütten bauen wollen. Mit den Texten dieses Sonntags, können wir einen großen Schritt in diese Richtung gehen: Unsere Ängste überwinden, Gott im Gebet danken und im vollkommenen Vertrauen seinen Frieden in uns spüren.

Eine segensreiche Fastenzeit

Ihr Günter Duvivier