Lichter in der Dunkelheit?

Kaum eine Zeit löst so viele Gefühle aus, wie die Advents- und Weihnachtszeit. Dieses Fest hat in allen Jahren unseres Lebens die dunkle Mitte des Jahres mit Licht, Wärme, Liebe und guten Gaben geprägt.

Nun werden durch die ersten leuchtenden Weihnachtsbäume, die Adventskränze und vielen Lichtern überall die Gefühle der vielen positiven Erlebnisse der Vergangenheit zum Leben erweckt. Dabei sollten wir aber die Zeit neu entdecken. Denn unser Leben verläuft biographisch und nicht statisch. Jedes Jahr ist anders und auch unsere Lebenswelt verändert sich.

Wir haben diese Zeit erlebt als Kinder in unseren Familien, als junge Erwachsene, für die Weihnachten mit dem Besuch des Elternhauses begangen wurde. Vielleicht mittlerweile als Eltern, die ihre Kleinen zu Weihnachten beglücken, oder möglicherweise jetzt als Senioren, die das Fest alleine oder zu zweit begehen.

Wenn wir uns da von Erinnerungen überwältigen lassen, dann kann das auch nostalgische, ja melancholische Gefühle auslösen.

Darum sollten wir es so gestalten, dass es neue und wohltuende Elemente bekommt und in unsere Situation passt.

Wie wäre es damit, dass wir Familie neu definieren und die Einsamen sich mit anderen Einsamen treffen?

Wie wäre es, wenn wir die Angebote der Kirchen alle nutzen und uns stärker auf die Botschaft, als auf die gesellschaftlichen und familiären Aktivitäten ausrichten?

Wie wären stille Gebetszeiten, zu denen wir uns mit Nachbarn oder lieben Bekannten verabreden?

Und das schönste Geschenk, welches wir machen können: Einen Menschen besuchen, der sonst von niemand besucht würde. Vielleicht kennen wir so jemanden.

Wenn wir uns nicht mehr als Teil des geschäftigen Treibens überall wahrnehmen, dann sind wir näher am Stall von Bethlehem, als in Zeiten, in denen wir da kräftig mitgemischt haben.

 

Euer katholischer Diakon Günter Duvivier